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Zurück 27.11.2018

Reflektieren heisst Erfolg generieren

Auch am dritten Anlass der Veranstaltungsreihe Change als Chance der Zuger Wirtschaftskammer vermochte ein spannendes Referat das Publikum zu fesseln. Der erfolgreiche Coach Riet Grass sprach Klartext zu Themen wie Selbstreflektion und Scheitern, zu Potenzial, Mut, Chancen und Erfolg – dies tiefgründig, enthusiastisch und wortgewandt.

Nach der Begrüssung durch den Gastgeber Dirk Hoffmann, CEO der V-ZUG AG, und einer Einführung ins Thema Selbstverantwortung und Motivation durch Elisabeth Arm, Vorstandsmitglied der Zuger Wirtschaftskammer, trat Riet Grass im Auditorium des Zugoramas vors Mikrofon. Und der erfolgreiche Outplacement-Berater, Buchautor und Coach vermochte die rund 120 Zuhörerinnen und Zuhörer zu fesseln: Mit gewagten Thesen, mit glasklaren Statements, mit überraschenden Fakten und zahlreichen Ratschlägen zeigte er auf, wie das Thema des Abends zu verstehen ist: «Fit für die Zukunft als Karriereerfolg» heisst laut Grass, sich auch in erfolgreichen Zeiten regelmässig zu hinterfragen und Krisen als Chancen zu verstehen. Seine eigene Geschichte nahm der Outplacement-Coach als Beweis dafür, dass Tiefschläge letztlich dazu da sind, um daraus zu lernen – und sich nach der dem Scheitern folgenden Krise frohen Mutes neu zu erfinden: Neu und grösser zu denken, Träume zu kreieren und ihnen fokussiert und voller Elan zu folgen.

Die eigene Marke kennen

«Sich selber kennen lernen ist das Beste, was ein Mensch für sich tun kann.» Laut Grass würden sich viel zu wenig Menschen mit sich selber auseinandersetzen – oder erst dann, wenn sie mitten in einer Krise stecken. Zu wissen, wer man sei, was man könne und was man wolle, ist laut Grass jedoch die Voraussetzung für den Erfolg: «Haben Sie sich auch schon hinterfragt? Eine Standortbestimmung gemacht?», fragte er sein Publikum. Durch eine kritische Selbstbetrachtung lasse sich herausfinden, wer man ist, was einen ausmacht und von andern unterscheidet; man also durch das Wissen um seine Talente, Stärken und Schwächen «die Marke Ich» ableiten kann. «Wer in diesem Raum kennt seine Marke? Wer kann sich selber mit drei starken Adjektiven beschreiben?» Diese Fragen des Referenten mag die eine überrascht, den andern aufgerüttelt haben. Und auch die Feststellung: «Eine Marke lässt sich besser verkaufen als die Masse.»

Zu viele Manager habe er kennengelernt, die in ihrem Fachgebiet festgesteckt seien und keinerlei Visionen gehabt hätten. Deshalb appellierte er ans Publikum: «Machen Sie alle drei Jahre einen Marschhalt, reflektieren Sie, ob die Arbeit noch passt und Spass macht, ob Sie glücklich sind.» Grass empfahl, regelmässig eine Standortbestimmung vorzunehmen, am besten mit einem erfahrenen Coach, «eine Investition, die sich lohnt». Denn: «Selbsterkenntnis führt zu Lebenserfolg, beruflich und privat.»

Eine neue Realität schaffen

Weiter kam er auf die Macht der Gedanken zu sprechen. «Gehen Sie achtsam mit Ihren Gedanken um – sie haben grosse Kraft und Macht.» Angesichts der Tatsache, dass uns täglich 60'000 Gedanken durch den Kopf gehen, wovon 90 Prozent immer die gleichen sind, lohne es sich, durch neue Gedanken neue Verhaltensweisen zu erlangen und sich dadurch eine neue Realität zu schaffen. Grass gestand jedoch ein, dass dies sehr schwierig sei. «Die Kunst besteht darin, den Fluss des Wandels zu durchqueren.» Der Sprung ins Ungewisse brauche Mut, doch sei er die Basis für künftigen Erfolg – und insbesondere bei einer Neuorientierung unerlässlich. Man müsse den Mut haben zur Veränderung und zuversichtlich sein, dass am andern Ufer Positives auf einen wartet. Mut sei «eine Sehnsucht, eine Energie, die einen antreibt und zu neuen Horizonten führt».

Krise als Chance

Rückschläge wertet Grass keinesfalls als negativ, im Gegenteil: «Scheitern ist ein Hinweis des Lebens, dass man etwas ändern muss.» Eine Entlassung könne durchaus eine Chance – oder gar ein Segen sein. Er nannte Beispiele von erfolgreichen Kaderleuten, die erst nach einem Rauswurf und einer tiefen Krise erkannten, dass sie in ihrem Job gar nicht mehr glücklich gewesen waren. Und die es trotz fortgeschrittenen Alters schafften, eine neue Stelle zu finden – eine, die ihnen mehr Lebensqualität bescherte als die einstige hoch dotierte Top-Position. Einfach sei es nicht, mit 55 einen tollen Job zu finden, aber durchaus möglich – wie Grass anhand verschiedener Beispiele aufzeigte. Man müsse seinen Traum definieren, daran glauben, um sich dann überzeugend zu präsentieren.

Riet Grass’ Referat enthielt eine Fülle von Empfehlungen – doch schon zu Beginn seiner Rede hatte er festgehalten: «Versuchen Sie nicht, sich heute 100 Dinge einzuprägen. Nehmen Sie zwei Aspekte heraus, von denen Sie der Meinung sind, dass Sie Ihnen etwas nützen – und setzen Sie diese bitte um.» Stoff hatte sein Publikum jedenfalls mehr als genug, um beim Apéro riche angeregt zu diskutieren.

Der Autor:

Riet Grass, geboren in Zernez, studierte Betriebswirtschaft und war über 20 Jahre in führenden Positionen als HR-Leiter tätig. Nach einer Entlassung machte er sich mit 47 Jahren selbstständig und baute eine Outplacement-Firma auf, die beim Verkauf vor drei Jahren 25 Mitarbeitende beschäftigte. Heute ist er ein gefragter Referent und Coach sowie passionierter Hobby-Maler.

Therese Marty, freie Journalistin

Eindrücke zum Anlass vom 20.11.2018 finden Sie hier.

Die Zuger Wirtschaftskammer engagiert sich im Rahmen der kantonalen Kampagne «Alter hat Potenzial» mit einem eigenen Projekt. Unter dem Titel «Change als Chance - Impulse für ein Umdenken in der Arbeitswelt» wurde ein Zweijahresprogramm erarbeitet. Entstanden ist eine Veranstaltungsreihe - um zu sensibilisieren, um zu motivieren und um Handlungen auszulösen.

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