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Zurück 19.06.2018

bildxzug – aus der Krise zum Erfolg

Ein Notstand im Lehrstellen-Angebot in den Dienstleistungsberufen führte vor 20 Jahren zu einem neuen Ausbildungsmodell in der dualen Berufsbildung. Mit dem innovativen Projekt der «Lehre im Verbund» leistete der Kanton Zug Pionierarbeit. Heute ist bildxzug eine wichtige Organisation in der regionalen Bildungslandschaft.

In diesem Jahr blickt der Verein Zuger Berufsbildungs-Verbund, die Trägerorganisation von bildxzug, auf eine zwanzigjährige Geschichte zurück. Der Lehrstellenmangel in den 1990er-Jahren war der Grund, weshalb der Bund und die Branchenverbände nach Lösungsansätzen suchten, die zur Verbesserung der angespannten Situation auf dem Lehrstellenmarkt führen sollten. Mit entsprechenden Lehrstellenbeschlüssen wurden 1996 die Mittel zur Finanzierung innovativer Projekte zur Verfügung gestellt. Auch der Kanton Zug war gefordert, neue Wege zu suchen. So entstand das Konzept der «Lehre im Verbund».  

In enger Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsverbänden analysierte das Amt für Berufsbildung unter der Leitung von Markus Knobel die Situation. Es stellte unter anderem fest, dass viele Unternehmen nicht oder nur teilweise in der Lage waren, zusätzliche Lehrstellen anzubieten und Jugendliche in einem vollständigen Programm auszubilden. Die Idee, Unternehmen zusammenzuführen, die gemeinsam Lernende ausbilden können und wollen, lag auf der Hand. Auf dem Weg von der Projektidee bis zur Umsetzungsphase gab es jedoch noch viele offene Fragen zu beantworten.

Auf bewährte Zusammenarbeit gesetzt

Mit grossem Engagement initiierten die Berufsbildungsverantwortlichen im Kanton Zug verschiedene Verbundlösungen, so auch das Konzept eines Grossverbunds unter der ersten Bezeichnung «Zuger Berufsbildungs-Verbund ZBV». Analog einer Betriebsgründung mussten verschiedene Vorarbeiten geleistet werden: Es wurden eigens ein Verein gegründet, Finanzierungs- und Betriebskonzepte erstellt und Fragen zu Kommunikation und Marketing bearbeitet. Am 30. September 1998 wurde der Trägerverein gegründet. Der Kanton Zug griff dabei auf das bewährte Modell der Zusammenarbeit von Privatwirtschaft und öffentlicher Hand zurück. Mit der Lancierung des Verbunds war der Grundstein für ein Berufsbildungskonzept gelegt, das sich kontinuierlich in der Bildungslandschaft etablieren sollte. Der Vorstand bestand vorerst aus Vertretern der Zuger Treuhändervereinigung, des Amts für Berufsbildung, des Handels- und Dienstleistungsverbands, des Kaufmännischen Vereins und der beiden Berufsfachschulen – dem Kaufmännischen Bildungszentrum Zug (KBZ) und dem Gewerblich-industriellen Bildungszentrum (GIBZ).

Am 12. August 1999 startete die «Lehre im Verbund» mit 28 Jugendlichen. «Zeitgemässe Bildung im Netzwerk» lautete der Slogan, der bis heute seine Richtigkeit hat. 

Vom Projekt zum Kompetenzzentrum

Der Ablauf der «Lehre im Verbund» gliederte sich in zwei oder drei Phasen der Praxisausbildung, denen jeweils ein Schulblock von mehreren Monaten vorausging. Durch diesen Wechsel von Schul- und Praxisphasen war es möglich, die Lernenden im Rotationsmodell auszubilden. Das Programm richtete sich an begabte Jugendliche, die von der umfangreichen Schulbildung – mehrheitlich mit Berufsmaturität – und dem Einblick in drei bis vier Unternehmenskulturen optimal profitieren konnten. Von Anfang an wurde das System einerseits durch die Beiträge von Bund und Kanton im Rahmen definierter Leistungsaufträge und andererseits durch Pauschalen der Mitgliedsfirmen finanziert.

Kontinuierlich entwickelte sich die Organisation in den letzten zwanzig Jahren zu einem Kompetenzzentrum in Fragen der Berufsbildung. Bereits ein Jahr nach dem Start des ersten Jahrgangs wurde ein weiteres Ausbildungsmodell umgesetzt, das Jugendlichen nach Abschluss der eidgenössischen Matura ermöglichte, eine verkürzte duale Berufsbildung zu absolvieren: das «way up plus»-Modell in den Berufen Informatiker/in EFZ und Kaufleute EFZ. Mit dem Beginn der Lehre Mediamatiker/in EFZ im Sommer 2001 wurde das Programm des ZBV um eine weitere Innovation reicher. Dieser neue Beruf ermöglichte es, kaufmännische Tätigkeiten und Informatik zu kombinieren und so neue Schwerpunkte in Marketing und Webdesign zu setzen. Ein Berufsbild, das geradezu für den Verbund geschaffen wurde.



Erst nach fünf Jahren wurde das neue Modell in der Berufs- und Bildungslandschaft bekannt. Mit dem Namen bildxzug, dem passenden Logo und der attraktiven Website läuteten die Initianten in der Kommunikation eine neue Phase ein. Nach und nach wurde bildxzug in der Berufsbildung als einzigartiges und innovatives Ausbildungsmodell wahrgenommen und weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt.

Den Aufgabenbereich erweitert

Während der letzten Jahre wurde bildxzug immer wieder mit neuen Reformen und Trends konfrontiert. Neue Wege gehen und die Bedürfnisse der Wirtschaft evaluieren – das waren stets die Faktoren, um Innovationen im Kanton Zug voranzutreiben. Das wohl umfangreichste Projekt der letzten Jahre war die Idee des «KV Business Englisch plus». Es ist ein Ausbildungsmodell, das einerseits den Jugendlichen zusätzliche Kompetenzen in der englischen Sprache ermöglicht, andererseits den internationalen Unternehmen das Schweizer Bildungssystem – im Speziellen die duale Berufsbildung – näherbringen soll.

Mit der Stärkung der bestehenden Bereiche und der Weiterentwicklung diverser Projekte entwickelte sich bildxzug kontinuierlich zu einem Kompetenzzentrum für Berufsbildungsfragen. Beispiele dafür sind die Übernahme des Impulsprogramms Faszination Technik der Zuger Wirtschaftskammer, die  Beteiligung im Projekt Berufsbildung International Zug wie auch die Leaderrolle in der betrieblichen Grundbildung innerhalb des Programms The Hockey Academy.

Neue Herausforderungen warten

Der Verein ZBV mit dem Lehrbetrieb bildxzug waren und sind bereit, die Herausforderungen der sich rasant verändernden Gesellschaft anzugehen. «Analog & Digital», «Berufsbildung 2030», «Crypto Valley», «Industrie 4.0» – die Themen sind gesetzt, die nächsten 20 Jahre werden spannend!

Der Gründer Markus Knobel wird in der Publikation «bildxzug – Lehre im Verbund» (s. Kasten) wie folgt zitiert: «Solange die Wirtschaft zur Berufsbildung steht und der Staat die finanziellen Mittel aufbringt, die für sie nötig sind, so lange kann bildxzug eine wichtige Rolle spielen.»

Beat Gauderon
Geschäftsleiter
bildxzug – Lehre im Verbund

Im Rahmen des 20-Jahr-Jubiläums realisiert bildxzug eine Publikation zum Thema «bildxzug – Lehre im Verbund» – ein Erfolgsmodell. Mit diversen Beiträgen werden die Geschichte, die Entwicklung, das Ausbildungsmodell und die wissenschaftliche Sichtweise umfassend thematisiert. Durch viele persönliche Aussagen und Fotos von Personen illustriert bildxzug auf abwechslungsreiche Art und Weise die Erfahrungen, Eindrücke und Zukunftsperspektiven. Das Buch kann ab Oktober auf der Geschäftsstelle gegen einen Unkostenbeitrag bezogen werden. Kontaktadresse: info@bildxzug.ch

 

 

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