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Zurück 19.04.2018

Premiere von «Change als Chance»

«Unbewusste Voreingenommenheit» war Thema eines Referats der Psychologin Nadine Bienefeld. Dies im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe der Zuger Wirtschaftskammer: «Change als Chance – Impulse für ein Umdenken in der Arbeitswelt». Das Programm soll zum Umdenken anregen.

Über 150 Teilnehmende hatten sich am 15. März 2018 bei Roche Diagnostics International AG in Rotkreuz eingefunden, um der Veranstaltung «Unbewusste Voreingenommenheit – unconscious bias» – beizuwohnen.

Veranstaltung «Change als Chance», 15.03.2018

Nadine Bienefeld, Beraterin und Dozentin am IAP Institut für Angewandte Psychologie, zeigte anhand von aktuellen Erkenntnissen aus der Gehirnforschung auf, weshalb und wie wir unbewusst wahrnehmen, interpretieren und handeln. Anhand verschiedener thematisierter Verhaltensmuster erkannten die Teilnehmenden, dass jeder Mensch unbewusste Voreingenommenheit in sich trägt, die zu kognitiven Verzerrungen führt. Alltagsmuster, sogenannte Ankereffekte – wie zum Beispiel «Männer bestellen Bier und Frauen Rotwein» – machten laut Nadine Bienefeld deutlich, dass der Mensch oft geprägt wird von Erlebnissen, die in ihm unbewusste Muster auslösen. Und diese Täuschungen oder Vorstellungen gibt man unreflektiert an andere weiter, was in der Fachsprache als Bestätigungsfehler bezeichnet wird.

Das Verhalten spiegeln

Was heisst dies nun für die Arbeitskultur? Hier empfiehlt die Referentin, sich selber wie auch innerhalb des Teams bewusst zu machen, wo Muster von Voreingenommenheit bestehen und welche Auswirkungen diese auf den einzelnen wie auf das Team haben. Bienefeld nannte einige alltägliche Beispiele: Gebe ich einem Bewerber, der einen lauen Händedruck hat, eine Chance auf die Arbeitsstelle? Mache ich mir im Rekrutierungsprozess bewusst, dass ich Bewerberinnen und Bewerber mit Jahrgang 1968 oder älter nicht mehr in die engere Wahl nehme? Werde ich hier von meinem Muster, von meinen Bestätigungsfehlern geführt? Das Spiegeln des eigenen Verhaltens kann laut Nadine Bienefeld die «blind-spot bias» aufzeigen und zu einer Verhaltensänderung führen.

Literatur zum Thema

Als weiterführende Literatur empfahl Nadine Bienefeld die Studie Spiegelneurone des italienischen Neurophysiologen Giacomo Rizzolatti wie auch die Überlegungen des israelisch/US-amerikanischen Psychologen und Nobelpreisträgers Daniel Kahneman.

Nadine Bienefeld

Zur Referentin: Nadine Bienefeld ist am IAP als Beraterin und Dozentin im Bereich Entscheidungsfindung, Fehler, Speaking up und Sicherheitskultur tätig. Sie hat über 15 Jahre Erfahrung in den Bereichen Aviatik und Gesundheitswesen. Unter anderem war sie Head of Human Factors & Systems bei Swiss International Airlines, forschte an der ETH und war Visiting Researcher bei der NASA. Sie hat an der Universität Zürich Psychologie studiert und an der ETH doktoriert.

Elisabeth Arm
Vorstandsmitglied
Zuger Wirtschaftskammer

Bildgalerie Anlass Change als Chance

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