Wahlen 2019

Die Zuger Wirtschaftskammer befragte Kandidatinnen und Kandidaten für den National- und Ständerat nach ihrer Position zu wichtigen Wirtschaftsthemen.

Am Sonntag, 20. Oktober 2019 werden für den Kanton Zug wichtige politische Weichen gestellt. Die Zuger Stimmbürgerinnen und -bürger bestimmen, welche National- und Ständeräte von 2020 – 2023 den Kanton Zug in Bern vertreten. Diese Vertretung ist für Zug deshalb so wichtig, weil im Bundesparlament sehr viele Geschäfte entschieden werden, welche grossen Einfluss auf den Kanton Zug haben, so zum Beispiel über den NFA, die Altersvorsorge, die Beziehung der Schweiz zur EU, Freihandelsabkommen, die Steuerpolitik und vieles mehr.

Die Ausgangslage ist spannend. Um die drei Zuger Nationalratssitze bewerben sich nicht weniger als 75 Kandidatinnen und Kandidaten, für die zwei Ständeratssitze sind es deren sieben. Die grosse Auswahl an Kandidierenden macht es den Wählerinnen und Wählern nicht einfach, eine Wahl zu treffen. Die Zuger Wirtschaftskammer bietet Unterstützung. Der unabhängige Wirtschaftsverband stellte Kandidatinnen und Kandidaten aller Parteien fünf Fragen zu Themen, welche der Wirtschaft am Herzen liegen, so zum Beispiel über die Beziehung der Schweiz zur EU, zur Steuerpolitik, zur Altersvorsorge, zum Freihandel und der Landwirtschaftspolitik aber auch zum persönlichen Engagement der Kandidierenden, sich für den Wirtschaftsstandort Zug in Bern einzusetzen.

Befragt wurden je zwei Kandidierende pro Partei für den Nationalrat und die Kandidierenden für den Ständerat. Voraussetzung für die Nomination war, dass die Partei im Kantonsrat vertreten ist. Die Auswahl der Kandidatinnen und Kandidaten erfolgte durch das jeweilige Parteipräsidium.

Erfahren Sie von den befragten Kandidatinnen und Kandidaten, welches ihre Haltung zu verschiedenen für die Zuger Wirtschaft wichtigen Wirtschaftsthemen ist und mit welchen Anliegen sie den Kanton Zug in Bern vertreten möchten.

Die Zuger Wirtschaftskammer gibt keine Wahlempfehlung zu einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten ab, sondern bietet auf diese Art und Weise ihren Mitgliedern und der Öffentlichkeit eine Hilfestellung, sich über die Position der Kandidaten zu informieren. Wichtig ist, dass die Zuger Wirtschaft über eine wirtschaftsfreundliche Vertretung in Bern verfügt. Eine Vertretung, die sich mit grossem Engagement für die Anliegen der Wirtschaft einsetzt. Der Fiskalföderalismus ist eines der zentralen finanzpolitischen Erfolgsrezepte der Schweiz. Das System der Altersvorsorg benötigt dringend nachhaltige Reformen. In einer Zeit zunehmender Polarisierung braucht es starke Kräfte, die mehrheitsfähige Lösungen aufzeigen. Die Zuger Wirtschaftskammer ist überzeugt, dass die bürgerlichen Parteien die Anliegen der Wirtschaft am besten vertreten. Für Zug als stark international vernetzte Wirtschaftsregion ist der Zugang zu internationalen Märkten essenziell. Die Basis dazu bilden die bilateralen Verträge mit der EU und Freihandelsabkommen mit bedeutenden Märkten. Deshalb empfiehlt die Zuger Wirtschaftskammer, bürgerliche Kandidatinnen und Kandidaten zu wählen, welche für einen attraktiven Wirtschaftsstandort Zug einstehen.

Nachfolgend gelangen Sie zu den konkreten Fragestellungen und zu den Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten.

Verhältnis Schweiz - EU
Die EU ist der wichtigste Handelspartner der Schweiz. 75% unserer Importe kommen von dort, 50% unserer Exporte gehen dorthin. Basis bilden die bilateralen Verträge. Die Vorstellungen, wie die Schweiz sich zukünftig am besten zur EU stellt, gehen weit auseinander. Innerhalb der nächsten zwei Jahre stehen Entscheidungen über die Kündigungsinitiative wie auch über ein Rahmenabkommen mit der EU an.

Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Steuerpolitik und Föderalismus
Der Fiskalföderalismus ist eines der zentralen finanzpolitischen Erfolgsrezepte der Schweiz. Die Effizienz der kantonalen Verwaltungen wird dadurch verbessert, die Steuerbelastung bleibt massvoll und die Akzeptanz der Steuern in der Bevölkerung gestärkt. Eine materielle Steuerharmonisierung verhindert die Anpassung der Steuerpolitik an lokale Gegebenheiten und führt mittelfristig zu einer höheren Steuerbelastung. Die internationalen Anforderungen werden für die Gestaltung des schweizerischen Steuersystems wichtiger.

Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Altersvorsorge und Rentenalter
Mit der Reform AHV 21 will der Bundesrat das Sozialwerk stabilisieren und modernisieren. Einerseits soll das reguläre Rentenalter für Frauen (Referenzalter) schrittweise auf 65 Jahre erhöht werden – mit teuren flankierenden Massnahmen. Zudem soll der Beginn des Rentenbezugs flexibel zwischen 62 und 70 Jahren gewählt werden können. Diskutiert werden auch anderer Konzepte, wie ein flexibles Rentenalter bei der Pensionskasse oder die Koppelung des Rentenalters an die Lebenserwartung.

Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren? Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Freihandel / Landwirtschaft
Freihandel ist bedeutend für die Schweiz. Bundesrat und Wirtschaft wollen die Zölle auf Industrieprodukte abschaffen. Wichtig sind auch Freihandelsabkommen mit bedeutenden Märkten. Umstritten ist dabei, wie weit bei der Landwirtschaft Konzessionen gemacht werden sollen, um den Export anderer Güter zu erleichtern.

Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Zug ist eine erfolgreiche, weltoffene und fortschrittliche Wirtschaftsregion. Der weltweite Wettbewerb für die Unternehmen in vielen Branchen und zwischen Wirtschaftsstandorten ist gross. Als kleiner, zentral gelegener Kanton sind wir auf attraktive Rahmenbedingungen angewiesen, welche wesentlich auch von der Bundespolitik bestimmt werden.

Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

 

Vorname/Name: Peter Hegglin
Partei: CVP
Beruf: Ständerat

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Die Beziehungen sind zum beiderseitigen Vorteil weiterzuentwickeln. Dabei sind die bilateralen Verträge die Grundlage und die Kündigungsinitative abzulehnen. In der ausgehandelten Form genügt das Rahmenabkommen nicht und muss in folgenden Punkten angepasst werden. Unsere Sozialwerke dürfen nicht gefährdet werden und die Unionsbürgerschaft gehört nicht in den Vertrag. Das Mitspracherecht der Schweizer Bevölkerung ist zu stärken, damit es nicht durch eine dynamische Rechtsübernahme übergangen wird.

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?


Es braucht keine Einschränkung des interkantonalen Steuerwettbewerbs, er hat sich bewährt. Der nationale Finanzausgleich begrenzt ihn ausreichend. Nachdem die OECD/G20 und die EU weltweite Richtlinien zur „Besteuerung der digitalen Wirtschaft“ verabschiedet haben, werden die Konsequenzen wohl innert kurzer Frist auch in der Schweiz zum nächsten grossen Steuerthema. Wir tun gut daran uns darauf vorzubereiten. Weiter ist die Heiratsstrafe in der kommenden Legislatur abzuschaffen.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Die schrittweise Angleichung des Rentenalters von Frau und Mann auf 65 Jahre ist notwendig. Frauen sollen dafür aber nicht allein die Kosten tragen. Zukünftig sollte das Referenzrücktrittsalter entpolitisiert und schrittweise der demografischen Entwicklung angepasst werden. Damit Menschen selber entscheiden können, wann sie in Rente gehen wollen, muss das Rentenalter zwischen 62 und 70 Jahren flexibel ausgestaltet sein. Zudem sollte sich das Arbeiten über das Pensionsalter hinaus finanziell lohnen.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Beim Abschluss neuer und der Aktualisierung bestehender Handelsabkommen sollen nicht einseitig Zugeständnisse gemacht werden. Solche Abkommen könnten auch Chancen für die Landwirtschaft eröffnen, durch das Mercosur-Abkommen entstehen für 990 t Käse attraktive Exportmöglichkeiten. Zur Stärkung der Landwirtschaft soll der Zahlungsrahmen unverändert, die Agrarpolitik insofern angepasst werden, dass administrative Hürden abgebaut, die Wirtschaftlichkeit verbessert werden, das Tierwohl und die Ökologie gefördert werden.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Unsere Unternehmen sollen Zugang zu den internationalen Märkten haben. Bei Bedarf müssen notwendige Fachkräfte auch aus Drittländern rekrutiert werden können, um zum Beispiel Blockchain Technologien und Anwendungen wie Crypto Währungen weiterzuentwickeln. Besonders zu beachten sind die Entwicklungen im internationalen Steuerrecht und deren mögliche Auswirkungen auf unseren Kanton. Die Realisierung des Zimmerberg Basis Tunnels ist, wie auch die digitale Vernetzung Bund – Kanton voranzutreiben.

www.peter-hegglin.ch

Vorname/Name: Barbara Gysel
Partei: SP
Beruf: Geschäftsleitungsmitglied bei der Stiftung Kinderschutz Schweiz; aktuell Promotion im Managementbereich

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Die EU-Kooperation ist die Lebensader der kleinen, offenen Volkswirtschaft Schweiz. Die Kündigungsinitiative der Neinsager-Partei fürchte ich zwar nicht. Aber wir sollten auf die Sorgen der (älteren) Arbeitnehmenden eingehen. So ist die Sicherung vom Lohnschutz zentral. Allein wirtschaftliche Interessen zu verfolgen reicht nicht: Das Nichtberücksichtigen gesellschaftlicher Einflüsse wirkt sich kontraproduktiv auf die Wirtschaft aus. Den Status Quo der flankierenden Massnahmen braucht es, resp. sollen sie nicht dem Rahmenabkommen unterstellt werden

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Wir sollten auf Innovation setzen statt auf grenzenlosen Steuerwettbewerb. Er schädigt Wirtschaft und Gesellschaft. Da unsere Steuern nicht materiell harmonisiert sind, bietet der NFA eine indirekte Grenze. Er beruht auf dem Steuerpotenzial. Zug schöpft dieses nicht aus, sodass wir pro Kopf die höchsten Beiträge an die übrige Schweiz leisten. International bilden sich verbindliche Rahmungen nicht nur durch den AIA, sondern auch das OECD-Projekt «Base Erosion and Profit Shifting». Wenn im Kontext des EU-Rahmenabkommens staatliche Beihilfen dahinfallen, droht uns die «Guillotine II». Das käme dem Todesstoss für die Schweizer Wirtschaft gleich. Eine Digitalsteuer ist à discuter

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Die Vorschläge zur Altersvorsorge sollen den dringlichen Notstand mindern. Ich stehe für ein flexibles Rentenalter ein, aber es sollte branchenspezifisch und gleichzeitig ohne finanzielle Bestrafung für Wenigverdienende sein. Das Rentenalter sehe ich mittelfristig bei 65 Jahren für beide Geschlechter. Allerdings haben Frauen eine Lücke von 20'000 Franken in der Pensionskasse: Frauen leisten unbezahlt viel und können sich dadurch den Wohlstand im Alter weniger leisten. Das muss gelöst werden.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Natürlich. Der Schutz der Landwirtschaft sollte aber auch dem Schutz der Natur entsprechen. Nicht nur Hightech, sondern biologische Produktion ist gefragt. Die entsprechende Nachfrage steigt – das bietet Absatzmärkte und Ansehen. Als Hochpreisland können wir uns gentechfreie und tier- und umweltfreundliche Produktion leisten, was in einem Freihandelsabkommen gefördert werden soll. Unser Land ist keine Insel, sodass wir den Export brauchen. Erst eine gesunde Umwelt schafft eine nachhaltige Wirtschaft.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Zug-Bashing liegt leider im Trend. Aber wir sind einer der innovativsten Wirtschaftsstandorte der Schweiz - Stichwort Crypto Valley. Diese Innovationskraft braucht nationale Unterstützung, wofür ich mich einsetze. Blockchain ist keine Eintagsfliege, sondern birgt grosse Potenziale auch im Gesundheitswesen oder im E-Government. Zudem: Zug hat die Bevölkerung mit dem höchsten Sozialstatus. Um den Fachkräftemangel auch lokal zu lösen, sind gemeinsame Massnahmen durch Bund und Kantone nötig.

www.barbaragysel.ch

Vorname/Name: Matthias Michel
Partei: FDP
Beruf: Rechtsanwalt/Mediator, ehemaliger Regierungsrat

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Die Schweiz wie die EU haben in den letzten 20 Jahren massiv von den erfolgreichen bilateralen Verträgen profitiert. Es gibt keinen Grund, sich davon abzuwenden, wie das die Kündigungsinitiative will. Mit dem erarbeiteten Rahmenabkommen ist eine gute Basis geschaffen; Unsicherheiten sind aber noch zu klären. Denn wir wollen keine unkontrollierbare Übernahme von Ansprüchen, sondern einen stabilen Rahmen zugunsten unseres Bildungs-, Wirtschafts- und Forschungsplatzes.

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Der Föderalismus und damit auch der Steuerwettbewerb zwischen Kantonen und Gemeinden gehören zur DNA der Schweiz und dürfen nicht eingeschränkt werden. Beim NFA als dem ausgleichenden Element ist das Anreizsystem für die Nehmerkantone zu verstärken. Innovativ wäre die Definition eines Bandes von etwa 12 „Durchschnittskantonen“, die weder Geber noch Nehmer sind. Das würde den politischen Prozess wesentlich versachlichen. Für neue Steuern sehe ich aus heutiger Sicht keine Veranlassung.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?


Das Dreisäulenprinzip als Erfolgsmodell muss den veränderten Rahmenbedingungen angepasst werden. Alles andere kann ich gegenüber der Generation unserer (vier) Kinder nicht verantworten. Heute wird wichtigen Einflussfaktoren wie der laufend steigenden Lebenserwartung und der unterschiedlichen Dauer der Einzahlungen nicht mehr korrekt Rechnung getragen. Und bei der zweiten Säule wird das Kapitaldeckungsverfahren zunehmend unterlaufen. Ohne überholte Tabus müssen wir innovative Lösungen finden.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Auch die landwirtschaftliche Produktion in unserem Land ist auf freien Handel sowie den Abbau von Zöllen und administrativen Hürden angewiesen (für den Import von Produktionsmitteln). Die Agrarpolitik darf Freihandelsabkommen nicht verhindern, sondern ist darin einzubeziehen. Dass dabei sensible Produkte ausgeschlossen werden, ist möglich. Verträge sind ein Geben und Nehmen, wobei immer das Wohl aller Schweizerinnen und Schweizer im Zentrum stehen soll.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Ganz konkret: Förderung einer zukunftsfähigen Berufsbildung, Anreize für Weiterbildung, Deregulierung der unzeitgemässen Arbeits(zeit)vorschriften, Verschlankung von Gesellschaftsgründungen, Vereinfachung des Steuersystems, stabile Beziehungen zur EU, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, generell regulatorische Freiräume für Start-ups und Kleinunternehmen, nachfragegerechte Steuerung der Mobilität, Anreize für nachhaltiges Wirtschaften, Vereinfachung und Digitalisierung aller Verwaltungsverfahren.

www.matthiasmichel.ch

Vorname/Name: Heinz Tännler
Partei: SVP
Beruf: Regierungsrat, Rechtsanwalt und Notar

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Das Verhältnis zur EU soll über die bilateralen Verträge weiterentwickelt werden, welche einen Erfolgsfaktor für die Schweiz darstellen, wobei wir nicht unsere schweizerischen Eigenheiten aufgeben sollen. Deshalb ist das aktuelle Rahmenabkommen in der jetzigen Fassung hinsichtlich der dynamischen Rechtsübernahme, der Unionsbürgerrichtlinie und des vorgeschlagenen Streitbeilegungsverfahren anzupassen

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Ich bin ein Befürworter des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen. Ein entsprechender Wettbewerb ist ein Erfolgsfaktor mit einem positiven Einfluss auf die Weiterentwicklung unseres Steuersystems, denn Wettbewerb hält das Umfeld dynamisch. Zusatz- oder Sondersteuern lehne ich ab, die aktuellen Steuern reichen zur Finanzierung des Staatshaushaltes aus

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Grundsätzlich soll das Rentenalter von Mann und Frau angeglichen werden. Idealerweise wird der Eintritt ins Rentenalter dynamischer erfolgen abhängig von den Anzahl Jahren Erwerbstätigkeit mit branchenbezogener Abstimmung

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Freihandel und ein gut funktionierendes Exportgeschäft sind ebenso wichtig wie die Versorgungssicherheit der Schweiz, welche vorwiegend durch die Landwirtschaft gewahrt wird. Mit dem aktuellen System lässt sich das bewerkstelligen. Bei anstehenden Abkommen ist der Schutz der Schweizer Landwirtschaft entsprechend zu wahren und optimal mit anderen Interessen zu verbinden. Das Ziel soll ein Miteinander und nicht ein Gegeneinander sein

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Rechtssicherheit und politische Stabilität sind zentrale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Wirtschaft. Wir dürfen keine unnötigen bürokratischen Hürden aufbauen. Die Verwaltung muss sich als Dienstleistungsbetrieb verstehen. Als Mann der Privatwirtschaft und langjähriger Regierungsrat kenne ich beide Seiten. Als Ständerat will ich mich genau für diese Balance einsetzen, sodass es sich für Gründer und Unternehmen weiterhin lohnt, in der Schweiz und vor allem in Zug tätig zu sein

www.heinz-taennler.ch

Vorname/Name: Tabea Zimmermann Gibson
Partei: Alternative – die Grünen
Beruf: Kantonsschullehrerin

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Die Schweiz muss weiterhin freien Zugang zur EU haben, indem sie ihren bilateralen Weg mit der EU weiterentwickelt. Deshalb müssen wir die Personenfreizügigkeit aufrechterhalten und das Rahmenabkommen ratifizieren. Um den Lohnschutz zu gewährleisten sind inländische flankierende Massnahmen nötig, beispielsweise in dem vermehrt GAVs erlassen und genügend Lohnkontrollen durchgeführt werden. Der Erhalt des Arbeitsfriedens ist zwingend für die langfristige wirtschaftliche Prosperität der Schweiz.

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?


Wegen unterschiedlichen u.a. topographischen Situationen der Kantone ist massvolle Steuerharmonisierung sinnvoll: Die Willensnation CH funktioniert nur, wenn sich Solidarität und Wettbewerb ergänzen. Eine Vereinfachung des NFA analog Zuger ZFA ist wünschenswert. Bei internationalen Bemühungen zur Steuerharmonisierung soll sich die Schweiz eingeben, um die Regeln massvoll, pragmatisch und einfach zu umzusetzen. Die Wirtschaft wie auch die Steuern sollen und müssen sich weiterentwickeln.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Eine Flexibilisierung des Rentenalters ist anzustreben; viele können und wollen auch nach 65 Jahren weiterarbeiten. Das Rentenalter generell zu erhöhen macht nur Sinn, wenn auch ältere Arbeitnehmende noch eingestellt werden und ihre Arbeitsstelle behalten können. Anstelle der Erhöhung des Rentenalters wäre beispielsweise die Einführung eines Milizdienstes für über 65jährige möglich, damit sie sich z.B. bei der Betreuung von fragilen Älteren engagieren könnten.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?


Exportförderung zu betreiben ist wünschenswert und im Interesse der Arbeitnehmenden und der Schweizer Wirtschaft. Dies darf jedoch nicht auf Kosten der Schweizer Standards geschehen, weil sich dies langfristig negativ auf die Swissness und somit auch auf die Schweizer Wirtschaft auswirken würde. Die langfristigen Interessen der Schweizer Wirtschaft und Bevölkerung müssen über kurzfristige Einzelinteressen gestellt werden.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Insgesamt ist der Fokus auf nachhaltige, zukunftsorientierte Wirtschaftsbereiche zu richten. Die Vorteile des Crypto Valley sind zu vertiefen. Innovative Start-ups im Bereich der Digitalisierung und der Blockchain-Technologie sind durch geeignete Infrastruktur wie Hubs zu fördern. Reputationsrisiken müssen aber vermieden werden. Die Kompetenzzentren der Bundesanwaltschaft sollen bei Verdachtsfällen im Bereich der Wirtschaftskriminalität komplexe Fälle übernehmen und den Kanton entlasten können.

www.tabeazimmermann.ch

Vorname/Name: Thomas Aeschi
Partei: SVP
Beruf: Unternehmensberater, Nationalrat

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Das EU-Rahmenabkommen ist entschieden abzulehnen. Es missachtet die Unabhängigkeit des Landes, die Rechte des Schweizer Volkes, die Neutralität und den Föderalismus und gefährdet die Schweizer Wohlfahrt. Mit ihm würde die Schweiz verpflichtet, zukünftiges EU-Recht zwingend zu übernehmen. Die EU würde neu zum Gesetzgeber. Zudem würde der EU-Gerichtshof bei Streitigkeiten entscheiden. Die eigenständige Steuerung der Zuwanderung oder die Ausschaffung krimineller EU-Ausländer würden verunmöglicht

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Die Souveränität der Kantone bei Steuerfragen ist unbedingt zu bewahren. Auf Kantonsebene ist zu prüfen, inwiefern die Vermögenssteuer noch zeitgemäss ist resp. gesenkt werden könnte. Auf Bundesebene gilt es die durch die Wirtschaftskommission des Nationalrats vorgeschlagene Anpassung der Verrechnungssteuer voranzutreiben und die Stempelsteuer abzuschaffen. Beide Massnahmen würden zu einer starken Belebung des Schweizer Wirtschafts- und Finanzplatzes führen

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Die Angleichung des Frauen- an das Männerrentenalter von 65 Jahren unterstütze ich. SP-Bundesrat Berset will mit der Reform AHV 21 zusätzlich die Mehrwertsteuer um 0,7% auf neu 8,4% erhöhen und Mehrausgaben von 700 Mio. Franken tätigen. Diese Steuer- und Ausgabenerhöhungen lehne ich ab. In der zweiten Säule war es bisher so, dass jeder für sich selbst Geld für das Alter zur Seite legt. Neu soll uns der Staat einen Teil unseres Geldes wegnehmen und an andere umverteilen. Diese Pläne lehne ich ab.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?


SVP-Bundesrat Parmelin hat eben den Abschluss eines Freihnadelsabkommens zwischen der Schweiz und Brasilen, Argentinien, Uruguay und Paraguay bekannt gegeben. Auch mit Ländern wie Kanada, Mexiko, Indien, Vietnam oder Malaysia werden Freihandelsgespräche geführt. Diese Bemühungen unterstütze ich im Grundsatz. Diese Abkommen dürfen jedoch nicht dazu führen, dass die Schweizer Landwirtschaft schlechter gestellt wird und durch billige landwirtschaftliche Importe zusätzlich unter Druck gesetzt wird.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Gegen den Widerstand der SVP-Fraktion wurden in den letzten Jahren zahlreiche Beschlüsse gefasst, welche die Wirtschaft zusätzlich belasten: Zusätzliche 12 Rappen pro Liter Benzin, Lohnkontrollen, Geschlechterquoten, Vaterschaftsurlaub, EU-Ostmilliarde, UNO-Migrationspakt, UNO-Flüchtlingspakt, Nicht-Ausschaffung krimineller Ausländer, indirekter Gegenvorschlag zur Konzernverantwortungsinitiative etc. Solchen Verschlechterungen des Wirtschaftsstandorts Schweiz gilt es entschieden entgegenzutreten.

www.aeschi.com

Vorname/Name: Gerhard Pfister
Partei: CVP
Beruf: Präsident CVP Schweiz, Nationalrat

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Die Bilateralen sind der Königsweg der Schweiz im Verhältnis zur EU. Deshalb ist die Kündigungsinitiative der SVP prioritär zu bekämpfen. Ein Rahmenabkommen ist nur dann akzeptabel, wenn die Schweiz und die EU gleich berechtigte Partner sind. Das vorliegende Abkommen braucht klare Verbesserungen. Die EU tut gut daran, auf weitere rechtswidrige Sanktionen wie die Verweigerung der Börsenäquivalenz zu verzichten, sofern sie ein Interesse an einem Rahmenabkommen mit der Schweiz hat.


Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Der Steuerwettbewerb schafft Wohlstand für alle. Er darf nicht eingeschränkt werden. Der NFA ist das Gegenstück zum Steuerwettbewerb. Er ist nur dann gerechtfertigt, wenn der Wettbewerb zwischen den Kantonen nicht eingeschränkt wird. Internationale Standorte wie Zug müssen sich nicht gegen andere Kantone, sondern gegen andere Standorte im Ausland behaupten können. Die ganze Schweiz profitiert, wenn Zug wettbewerbsfähig bleibt. Dazu braucht es Wettbewerb.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Dank der CVP gelang in der AHV nach über 20 Jahren wieder ein kleiner Schritt zur Sicherung der Altersvorsorge. Notwendige weitere Reformschritte müssen folgen. Gleiches Rentenalter für Mann und Frau ist dringend geboten. Damit in einer Volksabstimmung dieser Schritt gelingt, braucht es eine Absicherung für die tiefsten Einkommen. Die Flexibilisierung des Rentenalters ist ebenso wichtig. Langfristig ist dann ein höheres Rentenalter nötig und wird, mit Augenmass konzipiert, auch beim Volk mehrheitsfähig sein.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Die Schweiz braucht Freihandelsabkommen, um im Wettbewerb mit andern Ländern bestehen zu können. Mit China schloss die Schweiz als erstes europäisches Land ein Freihandelsabkommen ab, mit Zustimmung der Landwirtschaft. Mercosur ist auch deshalb wichtig, damit die Schweiz gegenüber der EU keine Nachteile hat in Südamerika. Freihandelsabkommen dürfen aber nicht tiefere Standards bei der Nachhaltigkeit haben, als die Schweizer Landwirtschaft hierzulande einhalten muss.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Der Standort Zug braucht gute steuerliche Rahmenbedingungen, hoch qualifizierte Arbeitskräfte auch aus dem Ausland, und darf beim Finanzausgleich nicht über Gebühr belastet werden. Ich setze mich in Bern weiterhin für diese Rahmenbedingungen ein. Drittstaatenkontingente müssen für Zug höher werden. Die Personenfreizügigkeit muss gesichert werden. Die Duale Berufsbildung muss gestärkt werden. Die von der CVP konzipierte Steuer-AHV Vorlage brachte für die Zuger Unternehmen Rechtssicherheit.

www.gpfister.ch

Vorname/Name: Kurt Balmer
Partei: CVP
Beruf: Rechtsanwalt / Notar

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Die Schweiz hat einerseits eine starke unabhängige föderale Tradition; andererseits kann und darf sich die Schweiz nicht zu stark isolieren. Im heutigen intensiven internationalen Gefüge muss gerade mit der EU das aktuell leicht angespannte politische Verhältnis geklärt werden. Es kann aber nicht sein, dass die EU uns quasi eine neue gemeinsame Verfassung (Rahmenabkommen) aufzwingt. Gleichwertige Partner berücksichtigen berechtigte Interessen des andern

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Ich will mich selbstverständlich in Bern für die Interessen unseres schönen Kantons einsetzen und dabei auch die wieder sehr gute finanzielle Ausgangslage bewahren. Dazu müssen wir Sorge tragen. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass auch im Kanton Zug die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Ich stehe zu einem vernünftigen Finanzausgleich. Allerdings konkurrenziert heute Zug mit internationalen Plätzen und benötigt attraktive faire und verlässliche Parameter ohne Digitalsteuer.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Unsere AHV ist ein wichtiger Bestandteil des grundsätzlich sehr gut ausgebauten Sozialversicherungssystems. Die Sicherung der Existenzgrundlage muss beibehalten werden. Dabei kommt man nicht umhin, eine gewisse Flexibilisierung einzuführen und das Rentenalter von Mann und Frau anzugleichen. Arbeit über das heutige ordentliche Pensionsalter hinaus soll sich lohnen und muss auch belohnt werden. Die Wirtschaft braucht auch ältere Fachkräfte. Sodann muss aber auch die 2. Säule renoviert werden.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Die Landwirtschaft leistet einen wesentlichen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung und zur Erhaltung unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Dies gilt es zu berücksichtigen, wenn auch neue Freihandelsabkommen für den Wohlstand der gesamten Bevölkerung unabdingbar sind. Sämtliche Interessen unserer eigenen Wirtschaft müssen aber selbstbewusst verteidigt werden. Allfällige Ausfälle sollten mit innovativen Lösungen kompensiert werden.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Wir benötigen attraktive Standortbedingungen für KMU, für welche ich mich gerne einsetze. Das heisst konkret eine effiziente möglichst schlanke Verwaltung und eine zeitgemässe Infrastruktur mit entsprechenden Mobilitätsmöglichkeiten für den MIV und den ÖV. Selbstverständlich gehören auch fortschrittliche Bildungsstätten dazu. Abgerundet wird alles mit hinreichender Sicherheit und einer geschickt verdichteten Raumplanung mit guten Erholungsmöglichkeiten.

 

Vorname/Name: Christina Bürgi Dellsperger
Partei: SP
Beruf: Diplomatin

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Die EU-Staaten sind unsere wichtigsten Wirtschaftspartner. Deshalb brauchen wir die bilateralen Verträge. Man kann diese gut oder schlecht finden, Tatsache ist, dass die Schweizer Wirtschaft damit sehr gut fährt. Es braucht ein Rahmenabkommen mit akzeptablem Streitschlichtungsverfahren, weil wir sonst die bestehenden Verträge nicht weiterentwickeln und keine neuen (z.B. Energie) abschliessen können.

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Zentral für mich ist die Solidarität durch den nationalen Finanzausgleich. Dazu befürworte ich nationale Leitplanken, um den Steuerwettbewerb in vernünftigen Grenzen zu halten. Ferner sind internationale Vorgaben, vor allem jene der OECD, einzubeziehen. Bei den direkten Steuern sollte unser Steuersystem zum Prinzip der Individualbesteuerung umgestaltet werden.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Ansteigende Lebensdauer und Null-Zinsen sind ein Problem für unsere Altersvorsorge. In einem Arbeitsmarkt, wo Ältere zunehmend vorzeitig ausgeschieden werden, ist ein höheres Rentenalter jedoch fragwürdig. Einseitig die Frauen zu „bestrafen“, ist so lange nicht akzeptabel, als die Lohngleichheit nicht erreicht ist. Indessen könnten wir den Schulbeginn um ein Jahr vorverlegen wie in den Nachbarländern. Durch den früheren Erwerbsbeginn gewinnen wir einen ganzen Jahrgang an Beiträgen.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Das Freihandelsabkommen Schweiz-Japan von 2009 hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen für die Landwirtschaft, u.a. im Bereich Milchprodukte. Andere positive Beispiele sind die Liberalisierung des Käsehandels mit der EU oder der Weinbau. FHA setzen positive Anreize, um unsere Agrarproduktion auf gesunde Beine zu stellen und die hohe Abhängigkeit von teuren Subventionen zu mindern. Und: Ohne FHA riskieren wir die Wettbewerbsposition unserer Hauptexportbranchen zusätzlich zu verschärfen.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Zentral sind für mich drei Punkte. 1. Die gute Ausbildung der jungen sowie die auf die Herausforderungen abgestimmte Weiterbildung der mittleren und älteren Generation als Basis unserer wirtschaftlichen Spitzenprodukte.  2. Der Ausbau guter und stabiler Handelsbeziehungen weltweit, vor allem aber mit der EU. Erforderlich ist hier ein vernünftiges Rahmenabkommen. 3. Die gute ÖV-Einbindung Zugs, vor allem mit der Verlängerung des Zimmerbergtunnels.

www.christinabuergi.ch

Vorname/Name: Sussi Hodel
Partei: FDP
Beruf: Unternehmerin & Kunstschaffende

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Die Schweiz verhandelt seit fünf Jahren mit der EU und will mit dem Institutionellen Abkommen eine dynamische Komponente zur Vermeidung von ungleichen Rechtsentwicklungen einführen. Nun streiten wir über den Lohnschutz. Mit den flankierenden Massnahmen verfügen wir bereits über eine Regelung der „Mindestlöhne“. Bei Nicht-Abschluss ist das Risiko hoch, dass der bisherige Zugang zum EU-Binnenmarkt für Schweizer Unternehmen erodiert. Der bilaterale Weg ist deshalb konsequent weiterzuentwickeln.

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Linke Politiker sprechen gerne vom ruinösen Steuerwettbewerb. Vergessen wird, für Gemeinden resp. Kantone bestehen kaum Anreize am Steuerwettbewerb teilzunehmen (interkantonaler resp. nationaler Finanzausgleich). Daher gilt es Anreizsysteme für Steuerfusssenkungen oder Investitionen in die Attraktivität einer Gemeinde resp. Kantons konsequent auszubauen. Für eine digitale Sondersteuer braucht es eine internationale Lösung. Deshalb sollten wir den Schlussbericht des OECD-BEPS-Programm abwarten.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Aufgrund des demografischen Wandels besteht dringender Handlungsbedarf. Die Lebenserwartung steigt kontinuierlich an. Bundesrat Alain Berset hat auf die Ausweitung der Finanzflüsse gesetzt, statt auf echte Strukturreformen. Wir benötigen ein gleiches Referenzalter für Mann und Frau sowie ein flexibles Rentenalter, denn Gesundheit und Fitness der Menschen sind sehr unterschiedlich. Ferner braucht es eine Untergrenze sowie einen Mechanismus, der die steigende Lebenserwartung berücksichtigt

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Wir sind international stark verflochten und auf freie Marktzugänge angewiesen. Abkommen basieren auf Gegenseitigkeit und letztlich müssen wir unsere Agrarpolitik anpassen. Diese soll weiterhin  Schweizer Qualitätserfordernissen und Biodiversität gerecht werden, jedoch sind auf strukturerhaltende Transfers und Absatzförderung zu verzichten sowie Regulierung abzubauen. Unsere Schweizer Bauern waren stets innovativ und produktiv, weshalb ich einer Öffnung des Agrarmarktes positiv gegenüberstehe.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Meine konkreten Anliegen als IT-Unternehmerin und Kunstschaffende sind Zukunftsthemen wie Urbanisierung, demografische Veränderungen, Kulturpolitik, Klimawandel und neue Technologien. Als Familienfrau mache ich mich für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stark. Es wird Massnahmen brauchen, um Arbeitskräfte über 50 Jahren im Arbeitsmarkt zu halten. Zudem setze ich mich für die Aufwertung der Berufsbildung ein. Die Berufslehre ist der Königsweg, um den Fachkräftemangel zu vermindern.

www.shodel.ch

Vorname/Name: Stefan Huber
Partei: glp - grünliberale
Beruf: Klassenlehrer SEK I

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Das Rahmenabkommen stärkt die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU und bildet die Basis für prosperierende wirtschaftliche und politische Beziehungen zu unserem wichtigsten Handelspartner. Wir müssen uns bewusst sein, dass unsere Schweiz ohne ein starkes Wirtschaftsbündnis mit der EU nicht souveräner, sondern zum Spielball der Grossmächte wird.

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Das föderalistische System, insbesondere in steuerpolitischen Belangen ist ein zentraler Erfolgsfaktor der Schweiz. Aus diesem Grund wird man längerfristig nicht um neue Steuerkonzepte herumkommen, gerade um gleichzeitig internationalen Anforderungen gerecht werden und den Steuerföderalismus bewahren zu können. Und wenn es dazu neue Steuern braucht, dann muss im Gegenzug auf einige der Alten verzichtet werden.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Das Rentenalter muss mittelfristig individuell festgelegt werden und sollte auf Faktoren wie Lebensarbeitszeit, Branche, Care-Arbeit und Lebenserwartung basieren. Langfristig müssen aufgrund der nicht vorhersehbaren Veränderungen durch Digitalisierung und Automatisierung ohnehin grundlegend neue Ansätze gesucht und geprüft werden.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Durch eine massiv bessere Transparenz der Produktionsbedingungen und der ökologischen Kosten von Produkten und weniger durch bevormundende Verbote und protektionistische Markteingriffe. Die Digitalisierung eröffnet dabei ganz neue Möglichkeiten. Auch im Direktvertrieb: Wenn regionale Produkte einfacher verfügbar werden und Konsumentinnen und Konsumenten sicher sein können, dass ihr Geld an die Bauern und nicht an andere geht, dann sind sie auch bereit höhere Preise dafür zu bezahlen.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Die Internationalität von Zug ist eine ihrer grossen Stärken, und damit unser Kanton für internationale Unternehmen und Fachkräfte attraktiv bleibt, braucht es die richtigen Rahmenbedingungen und keinen Isolationismus. Ein weiteres Anliegen ist mir der Standortwettbewerb. Zug ist auch deshalb so erfolgreich, weil sich der Kanton nie zurückgelehnt hat, sondern geschickt seine föderale Freiheit nutzte, um mit Innovationsgeist und Effizienz zu überzeugen.

Vorname/Name: Armin Jans
Partei: SP
Beruf: Prof. Fachhochschule für Volkswirtschaftslehre, im Ruhestand

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Bis Ende 2020 sollte ein Rahmenabkommen abgeschlossen und vom Parlament gebilligt werden. Der gegenwärtig vorliegende Text ist in zwei Punkten zu ergänzen: Der Lohnschutz für Inländer ist zu verstärken. Weiter ist festzuhalten, dass die Unions-Bürgerrichtlinie der EU für die Schweiz nur insoweit anwendbar ist, als dies der freie Personenverkehr erfordert. Der Abschluss eines Rahmenabkommens würde Rechtssicherheit und Stabilität gegenüber unserem wichtigsten Handelspartner schaffen

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Der Steuerwettbewerb unter den Kantonen sollte ein gewisses Mass nicht übersteigen. Bundesweit sind deshalb Leitplanken zu erlassen. Zukünftig soll die Besteuerung von Einkommen und Gewinnen rechtsformneutral sein. Auf die internationalen Bestrebungen im Rahmen der OECD muss mehr Einfluss genommen werden. Dies bei der vorgesehenen flächendeckenden Erhebung der Mehrwertsteuer und der Gewinnbesteuerung gemäss nationaler Wertschöpfung. Eine Digitalsteuer bildet Bestandteil dieses Steuerkonzepts.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Die Vorschläge des Bundesrats zur AHV wie auch des Arbeitgeberverbands und der Gewerkschaften für die berufliche Vorsorge, die kürzlich vorgestellt wurden, sind zu unterstützen. Mittelfristig (d.h. spätestens bis 2030) ist eine Erhöhung des Rentenalters auf 66 Jahre vorzusehen. Eine Flexibilisierung des Rentenalters ist zwingend, der Bundesrat hat dazu valable Vorschläge (mit einer Spanne von 62-70 Altersjahren) gemacht.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

In den Abkommen mit der EU wurde dieses Ziel erreicht. Bei den anstehenden Freihandelsverträgen mit dem Mercosur und möglicherweise den USA und Indien kann dies mit Zollbefreiungen für eine Kontingentsmenge und einer klaren Deklarationspflicht (z.B. für chlorierte Poulets und gentechnisch veränderte Lebensmittel) erreicht werden. Die grösste Knacknuss stellen indessen verbindliche Vorschriften zur Sicherstellung einer ökologisch nachhaltigen Produktion und Distribution dar.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Zug profitiert von der Nähe zum Flughafen Kloten. Die Bahn-Verbindung zum Flughafen ist schnell zu verbessern durch einen zweispurigen Zimmerbergtunnel Thalwil-Baar. Sodann sind klare Regeln für das Crypto Valley Zug zu schaffen (bez. Besteuerung, Cyber-Sicherheit, Finanzstabilität usw.), solche Regeln dürfen innovative Firmen gegenüber «traditionellen» weder bevorzugen noch behindern. Und es sind Programme zu entwickeln, um die Arbeitskräfte für die Digitalisierung weiter zu qualifizieren.

 

Vorname/Name: Andreas Lustenberger
Partei: Alternative – die Grünen
Beruf: Geograph, Teamleiter Caritas Schweiz, Kantonsrat, Präsident Alternative – die Grünen Kanton Zug

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Die bilateralen Verträge haben sich bewährt. Aufgrund der Vielzahl von Verträgen macht der Abschluss eines Rahmenabkommens Sinn, wenn der Lohnschutz gewährleistet bleibt. Dieser ist auch im Interesse des lokalen Gewerbes. Die Kündigungsinitiative der SVP lehne ich entschieden ab, da sie die bilateralen Verträge in höchstem Masse gefährdet. Die Personenfreizügigkeit ist gerade für junge Menschen von grosser Bedeutung. Ich stehe für ein offenes und freies Europa ein.

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Der Föderalismus - also die Entscheidfindung nah am Bürger – ist von hoher Bedeutung. Das gilt auch für die Kompetenz, die Steuern festzulegen. Der Blick über die Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinaus ist aber notwendig. Der Steuerwettbewerb darf daher nicht zum Selbstzweck verkommen. Einen Wettlauf um die tiefsten Steuersätze, der nur die Gräben zwischen Gemeinden, Regionen und Kantonen vertieft, lehne ich ab. Solidarität und Ausgleich gehören zum Kern der Eidgenossenschaft.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Ein sicheres und würdiges Leben im Alter für alle Menschen in der Schweiz ist zentral für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Ich plädiere für ein flexibles Rentenalter. Wichtig ist mir, dass die Familienarbeit, die derzeit vornehmlich Frauen leisten, bei der Rentenberechnung mitberücksichtigt wird. Die reine Koppelung der Altersvorsorge an die bezahlte Lohnarbeit ist ein überholtes Modell in unserer modernen Gesellschaft.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Der Austausch von Waren, Ideen und Menschen hat unseren Wohlstand erst möglich gemacht. Wichtig sind globale Verträge, bei denen alle Staaten gleichberechtigt mit dabei sind. Nur so lassen sich Handelsstreitigkeiten aus egoistischen Motiven (America first) verhindern. In diesen global ausgehandelten Abkommen müssen sich nicht nur Staaten einbringen, sondern auch die Aspekte der Nachhaltigkeit, fairer Preise und sozialer Arbeitsbedingungen müssen berücksichtigt werden.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Der Standort Zug profitiert von seiner Lage und der Nähe zum Schweizer Wirtschaftsmotor Zürich. Zentral ist daher die möglichst rasche Realisierung des Bahnausbaus zwischen Baar und Horgen. Es kann nicht sein, dass auf einer der wichtigsten Achsen zwei Einspur-Tunnels den ÖV behindern. Mittels Vorfinanzierung durch den Kanton, wie dies die Alternative – die Grünen in der Vergangenheit mehrfach angeregt hatten, wäre Zug schon früher mehrere Schritte weiter.

www.andreaslustenberger.ch

Vorname/Name: Karen Umbach
Partei: FDP
Beruf: Selbstständige Beraterin, Fraktionspräsidentin Kantonsrat, Mitglied des Grossen Gemeinderates Stadt Zug

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Der bilaterale Weg hat sich bewährt und ist weiter zu beschreiten. Mit der Kündigungsinitiative wäre dies kaum mehr möglich. Daher lehne ich sie ab. Mit dem Rahmenabkommen bin auch ich nicht nur glücklich. Aber ich bin überzeugt, dass wir mit einem Abkommen, auch wenn es vielleicht noch ein paar Kröten enthält, besser fahren als ohne. Denn überall, wo ein vertragsloser Zustand besteht, drohen Blockaden. Der Ausschluss der Schweizer Börse vom europäischen Markt ist beispielhaft.

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Der Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen ist nicht einzuschränken. Von der jetzigen Regelung profitieren die Schweiz, wie auch der Kanton Zug. Damit das Land finanziell nicht auseinanderdriftet, haben wir den NFA. Begrüssen würde ich die Abschaffung des Eigenmietwerts. Die digitale Sondersteuer ist ein aktuelles Thema in der OECD. An dieser Diskussion sollten wir uns aufmerksam beteiligen. Vermehrt ein Thema werden ökologische Lenkungsabgaben. Hier muss jeder Fall einzeln betrachtet werden.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Als die AHV 1948 eingeführt wurde, lag die Lebenserwartung rund 16 Jahre tiefer und die Renten waren ein Bruchteil der heutigen. Auch wenn unser Wohlstand gewachsen ist, bin ich dafür, hier anzusetzen und das Umlageverfahren beizubehalten. Die Alternative wäre höhere Steuern. Konkret: Das reguläre Rentenalter ist zu erhöhen. Gleichzeitig ist der Bezugsbeginn zu flexibilisieren. Die Beiträge an AHV und PK sind so zu halten, dass keine Nachteile entstehen, wenn man länger arbeiten will.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?


Der Wegfall von Zöllen ist zu begrüssen. Es darf aber nicht sein, dass Exportförderung und Schutz der Bauern gegeneinander ausgespielt werden. Die Wirtschaft braucht guten Zugang zu den Märkten im Ausland. Die Bauern brauchen gleich lange Spiesse. In der Schweiz wollen wir als Konsumenten hohe Standards, auch hinsichtlich Ethik und Umweltschutz. Das müssen wir auch von ausländischen Produkten verlangen. Letztendlich gilt es jedes Abkommen individuell zu beurteilen

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Um die Attraktivität von Zug als Standort auch in Zukunft hoch zu halten, werde ich mich in Bern einsetzen für: Eine massvollere Belastung der Geberkantone beim NFA; eine gute Vertretung Zuger Firmen in der Wirtschaftsdiplomatie; angemessene Beiträge an die Entwicklung der Infrastruktur. Bekämpfen werde ich Eingriffe in die kantonale Steuerautonomie, Einschränkungen des Handlungsspielraums in der Raumplanung sowie Auflagen, die für Unternehmen Aufwand verursachen oder Innovation verhindern

www.karen-umbach.ch

Vorname/Name: Manuela Weichelt-Picard
Partei: Alternative - die Grünen
Beruf: Ehemalige Regierungsrätin und Frau Landammann

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Der Bilaterale Weg bleibt die sinnvollste Option – in Kombination mit den flankierenden Massnahmen. Deshalb sind die Kündigungsinitiative und jede Relativierung des Lohnschutzes abzulehnen. Diesbezüglich hat der zuständige Bundesrat unverantwortlich gehandelt. Ein Rahmenabkommen muss zwingend soziale Sicherungen beinhalten.

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Zuerst muss betont werden, dass die tiefen Steuern im Kanton Zug das Leben für die Mehrheit der Familien extrem verteuern. Viele, die weiterhin in Zug arbeiten, mussten wegen den hohen Mietkosten den Kanton verlassen. Deshalb liegt ein Ausgleich unter den Kantonen auch im Interesse der Bevölkerungsmehrheit im Kanton Zug. Das beste Modell ist ein Bandbreitenmodell – beispielsweise 75 bis 125. Und ja, die Schweiz soll sich einsetzen für die Einführung einer europäischen Digitalsteuer für Unternehmen der Plattform-Wirtschaft.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Das Projekt AHV 21 und die Reform der beruflichen Vorsorge müssen, wie es die Verfassung verlangt, sich am Ziel orientieren, ein würdiges Leben im Alter zu ermöglichen. Der einmalig erhöhte Finanzbedarf der Baby-Boom-Generation soll mit einem AHV-Staatsfonds aufgefangen werden. Alterszeitmodelle sollen auf der Basis des Referenzaltes 64/65 den schrittweisen Übergang in die Rente ermöglichen. Die Erhöhung des Rentenalters für Frauen kommt erst in Frage, wenn Lohngleichheit herrscht!

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?

Es ist zu betonen, dass es noch andere Kriterien gibt. Ein aktuelles Beispiel ist das Mercosur-Abkommen. Ein solches darf nur abgeschlossen werden, wenn der Regenwald geschützt und nicht zusätzlich bedroht wird. Was den Import von Nahrungsmitteln betrifft, müssen diese aus Gründen der Fairness und des Umweltschutzes die Anforderungen erfüllen, die an die Schweizer Landwirtschaft gestellt werden. Das liegt auch im Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Die Klimapolitik ist eine grosse Chance für den Zuger Werkplatz. Was das Energiesparen betrifft, sind Zuger Firmen heute schon weltweit führend. Für das hiesige Gewerbe sind bsp. Gebäudesanierungen eine interessante Aufgabe. Weiter kann die Förderung von Alternativenergien Arbeitsplätze sichern und schaffen. Für all das braucht es qualifizierte Arbeitskräfte (Weiterbildungsoffensive). Und zu einer fortschrittlichen Wirtschaftsregion gehören auch genügend und zahlbare Krippenplätze sowie Tagesschulen.

www.weichelt.ch

Vorname/Name: Thomas Werner
Partei: SVP
Beruf: Leiter Ermittlungen Kinderschutz, Stadtpolizei Zürich

Verhältnis Schweiz - EU
Wie soll die Schweiz ihr Verhältnis zur EU weiterentwickeln, um ihre wirtschaftlichen Interessen optimal zu wahren?

Die Schweiz, einer der wichtigsten EU-Handelspartner, sollte ihr Verhältnis zur EU auf Augenhöhe neu verhandeln. Der EU-Rahmenvertrag ist für die Schweiz absolut inakzeptabel. Viele Drittstaaten haben mit der EU anständige Handelsverträge, auf dieser Basis müssen auch wir mit der EU verhandeln. Unterwerfung, Angst und "automatische" EU-Rechtsübernahme wie im Rahmenvertrag vorgesehen, schaden unserer Wirtschaft und unserer direkten Demokratie, welche wir niemals aufgeben dürfen.

Steuerpolitik und Föderalismus
Wie stehen Sie zur Einschränkung des Steuerwettbewerbs zwischen den Kantonen?
Wie soll die Schweiz ihr Steuersystem weiterentwickeln?
Braucht es neue Steuern wie eine digitale Sondersteuer?

Es braucht keine neuen Steuern! Länder mit hohen Steuern florieren nicht. Einerseits wird das Geld nicht investiert und andererseits wird der Staat und die Verwaltung immer "mächtiger" und schwerfälliger. Wo der Staat schlank und flexibel ist, steht mehr Potential zur wirtschaftlichen Entwicklung bereit. Deshalb ist der Steuerwettbewerb richtig und wichtig. Dass es Ausgleichsmöglichkeiten für benachteiligte Gebiete gibt, beweist die Schweiz eindrücklich.

Altersvorsorge und Rentenalter
Wie soll die Schweiz die Altersvorsorge inskünftig finanzieren und organisieren?
Welches Rentenalter soll zukünftig gelten?

Ich bin für ein möglichst flexibles Rentenalter. Dazu sollten attraktive Anreize für die private Vorsorge geschaffen werden.

Freihandel und Landwirtschaft
Wie kann die Schweiz Exportförderung und einen angemessenen Schutz der Landwirtschaft unter einen Hut bringen?


Unsere Bauern müssen sehr viele Vorschriften einhalten. Vorschriften die in hoher Kadenz erneuert werden und so Kosten verursachen, die Bauern einschränken und zu ständigen Investitionen zwingen. Wir müssen den Bauern mehr Freiraum geben, damit sie konkurrenzfähiger arbeiten können. So steigt der Verhandlungsspielraum bei den Freihandelsabkommen.

Wirtschaftsstandort Zug: Interessenvertretung in Bern
Welches sind die konkreten Anliegen, welche Sie für den Wirtschaftsstandort Zug, die Zuger Unternehmen und Arbeitsplätze in Bern einbringen möchten?

Föderalistische und effiziente, statt zentralistische und schwerfällige Lösungen. Finanzausgleich nicht zu Lasten der Geberkantone. Mehr Unterstützung im Bereich Infrastruktur wie z.B. bessere Verbindungen durch den Ausbau des Schienen- und Strassennetzes zu den Städten Luzern und Zürich. Kurz zusammengefasst: "Mehr Zug nach Bern".

www.thomas-werner.ch

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