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Zurück 16.04.2018

Steuervorlage 17: Aus Zuger Sicht begrüssenswert

Die Steuervorlage 17 basiert auf den Eckwerten der Unternehmenssteuerreform III – mit Abweichungen, die deren Kritikern entgegenkommen sollen. Aufgrund des aktuellen internationalen Drucks hat die Vorlage grösste Priorität. Die Zuger Wirtschaftskammer schliesst sich der Finanzdirektion des Kantons Zug an und begrüsst die Steuervorlage 17 vorbehaltslos.

Im Nachgang zur Ablehnung der Unternehmenssteuerreform III (USR III) an der Urne hat der Bundesrat die Steuervorlage 17 (SV17) ausgearbeitet. Diese hat dasselbe Hauptziel, nämlich die Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und die Sicherstellung der kantonalen Steuereinnahmen. Die Vorlage sieht die Abschaffung der kantonalen Statusgesellschaften (Holding, gemischte Gesellschaft usw.) mit gleichzeitiger Einführung von Ersatzmassnahmen vor, um die Standortattraktivität der Schweiz zu sichern.

Die wichtigsten Eckwerte der SV17

Die Schweiz wird aufgrund des enormen internationalen Drucks die kantonalen Statusgesellschaften abschaffen. Als Ersatzmassnahmen sollen unter anderem eine Patentbox für alle Kantone sowie die Möglichkeit von Abzügen für Forschungs- und Entwicklungsausgaben eingeführt werden. Die Entlastungsbegrenzung stellt sicher, dass Unternehmen immer mindestens 30 Prozent des Gewinns versteuern. Weiter sieht die Vorlage vor, dass Dividenden aus qualifizierten Beteiligungen beim Bund künftig zu 70 und in den Kantonen zu mindestens 70 Prozent besteuert werden. Der Kanton Zug plant mit der Umsetzung der SV17 die Senkung des ordentlichen Gewinnsteuersatzes von gegenwärtig ca. 14,5 Prozent auf rund 12 Prozent, (inklusive der direkten Bundessteuer), was im internationalen Verhältnis als kompetitive Belastung anzusehen ist.

Als Kompensation für die Entlastungen der Unternehmen sollen die Mindestvorgaben des Bundes für die Kinder- und Ausbildungszulagen um 30 Franken pro Kind erhöht werden. Diese Massnahme kommt im Kanton Zug jedoch nicht zum Tragen, da die heutigen Zulagen höher sind.

Abweichungen zur USR III

Die SV17 ist insgesamt transparenter und ausgewogener als die USR III. In der neuen Vorlage wird auf die ehemalige zinsbereinigte Gewinnsteuer (NID) verzichtet, die Dividendenbesteuerung wird erhöht sowie die Entlastungsbegrenzung für Unternehmen verschärft.

Steuerbelastungen aufgrund der SV17

Im Endeffekt bewirkt die SV17, dass die heutigen Statusgesellschaften in der Regel mehr, die ordentlich besteuerten Gesellschaften hingegen deutlich weniger Steuern bezahlen müssen. Für Aktionäre wird sich die Steuerbelastung auf qualifizierenden Dividenden in Privatvermögen jedoch um über 3 Prozentpunkte erhöhen.

Zeitplan der Steuervorlage 17

Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 21. März 2018 die Botschaft zur SV17 verabschiedet. Das Parlament kann dies im besten Fall in der Herbstsession tun. Wird kein Referendum ergriffen, könnten erste Massnahmen auf Anfang 2019 und der Hauptteil der Massnahmen ab 2020 in Kraft treten. Dieser äusserst ambitiöse Zeitplan unterstreicht die Dringlichkeit und Bedeutung dieser Vorlage.

Stellungnahme der Zuger Wirtschaftskammer

Die schnellstmögliche Umsetzung der SV17 ist von äusserster Wichtigkeit für den Kanton Zug und geniesst erste Priorität. Es ist deshalb unabdingbar, dass die Vorlage auf eine breite politische Zustimmung stösst und bei einem allfälligen Referendum in einer Volksabstimmung angenommen wird. Aufgrund der Bedeutung der Vorlage schliesst sich die Zuger Wirtschaftskammer dem Zuger Regierungsrat an: Sie begrüsst die für Zug gute und zielführende Steuervorlage 17 – mit den vorgesehenen Kompromissen – und unterstützt diese vorbehaltslos.

Dr. Frank Lampert
Vorstandsmitglied
Zuger Wirtschaftskammer

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